{"id":944,"date":"2013-06-02T14:45:39","date_gmt":"2013-06-02T13:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bicycle-trip.de\/?p=944"},"modified":"2016-02-25T12:55:58","modified_gmt":"2016-02-25T11:55:58","slug":"43-nove-colli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bicycle-trip.de\/?p=944","title":{"rendered":"43. NOVE COLLI"},"content":{"rendered":"<h2>Neunmal Schmerz<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1694\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1694 alignleft\" src=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2.jpg\" alt=\"novecolli2\" width=\"200\" height=\"144\" \/><\/a>Cesenatico(ITA):<br \/>\nZwei Monumente des italienischen Radsports sollte man einmal gefahren sein, den Marathona dles Dolomites und den Nove Colli. Letzteren absolvierte Micha am Pfingtssonntag, nachdem er f\u00fcr die Veranstaltung in den Dolomiten im Winter keinen Startplatz erhalten hatte.<!--more--><br \/>\nDer Nove Colli ist nix f\u00fcr Langschl\u00e4fer. Fr\u00fchst\u00fcck war um 4.30 Uhr, Start um sechs. 12000 Rennradler versammelten sich am Kanalhafen im Urlaubsort Cesenatico, davon etwa 400 Deutsche und mittendrin Micha.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Ich stand in Startblock 4 von 7. Es war nicht so kalt in der Fr\u00fch wie bef\u00fcrchtet. Mein Ziel lautete eigentlich 8 Stunden oder wenigstens 8 Stunden 15 Minuten, denn damit w\u00fcrde ich mich f\u00fcr Startblock 2 im n\u00e4chsten Jahr qualifizieren.&#8220;<\/i><br \/>\n<a href=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli3.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1695\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1695 alignright\" src=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli3.jpg\" alt=\"novecolli3\" width=\"200\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli3.jpg 200w, https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli3-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Soviel zur Theorie, doch nun zum praktischen Teil. Gegen 6.12 Uhr erfolgte der Startschuss des besagten 4.Startblocks. Sofort bildeten sich gro\u00dfe Gruppen und der Schnitt lag meist zwischen 35 und 40 km\/h.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Da ging am Anfang so richtig die Post ab. Alles lief super auf den ersten ca. 30 flachen Kilometer.&#8220;<\/i><br \/>\nAls erster Anstieg stand die Polenta auf dem Programm mit bis zu 15% Steigung, jedoch stellte das f\u00fcr Micha erstmal kein Problem dar, genauso wie der Pieve di Rivoschio, Anstieg Nr.2. Zwischen diesen beiden Anstiegen bei Kilomleter 50, lag der Schnitt bei 30,8 und die Zeit bei 1h:38min.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Das sah doch gut aus. 22 Minuten Reserve auf die 8 Stunden-Marke, das sollte doch langen, dachte ich&#8230;&#8220;<\/i><br \/>\nDer dritte Berg, der Chiola, verlief ziemlich reibungslos, au\u00dfer das es leicht anfing zu regnen und so langsam n\u00e4herte sich Micha dem Scharfrichter, dem Barbotto.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Bergauf war alles im gr\u00fcnen Bereich. Auf den Abfahrten hingegen merkte ich schnell, das die S\u00fcdl\u00e4nder es so richtig krachen liessen. Da geh\u00f6rte ich doch zu den Langsameren. Aber bekanntlich ist ja Vorsicht die Mutter des Carbonbikes oder so \u00e4hnlich&#8230; Als dann auf der zweiten Abfahrt, nach einem lauten Knall, der einen Reifenplatzer signalisierte, der Reiter des besagten Rades aus dem Sattel geworfen wurde, meldete mein innerer Schweinehund seine Anspr\u00fcche auf noch vorsichtigere Fahrweise bergab an. Ich gab ihm Recht.&#8220;<\/i><br \/>\n<a href=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli5.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1691\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1691 alignleft\" src=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli5.jpg\" alt=\"novecolli5\" width=\"250\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli5.jpg 250w, https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli5-237x300.jpg 237w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Der Barbotto gilt eigentlich als schwerster Anstieg des Nove Colli. Nicht wegen seiner L\u00e4nge, sondern weil er oben raus immer steiler wird und auf dem letzten Kilometer 18% Steigung erreicht. Hier wurde ebenso wie sp\u00e4ter am Gorolo die Zeit f\u00fcrs Bergfahren gestoppt. Das und die Tatsache das viele Zuschauer den Wegesrand s\u00e4umten und auf der Kuppe ein Zwischenziel eingerichtet war, mit Streckensprecher, Musik und allem was dazu geh\u00f6rt, veranlassten Micha in den letzten Kehren hochzuschalten und im Wiegetritt noch etwas Tempo zuzulegen.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Na gut da hab ich vielleicht das ein oder andere K\u00f6rnchen liegen lassen, aber man wurde da regelrecht angestachelt noch was draufzusetzen.&#8220;<\/i><br \/>\nIn der folgenden Abfahrt bei Kilomter 100 der Bange Blick auf die Uhr: 4h:02min. So langsam d\u00e4mmerte es Micha, dass seine Traumzeit im Ziel, wohl w\u00fcrde ein Traum bleiben. Nun kam es zur Streckenteilung und die Fahrer der gro\u00dfen Runde bogen in einer Haarnadelkurve auf den 2.Teil der Tour mit Berg 5-9 ab und es wurde einsamer. Wie sich sp\u00e4ter herausstellte nahmen nur ein Drittel der Teilnehmer diese Tortur in Angriff.<br \/>\nAuf dem Programm stand nun Anstieg Nr.5, der Monte Tiffi. Zwar mit bis zu 16%, aber laut Streckenplan der k\u00fcrzeste. In der Theorie also unbedeutend&#8230;<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Dieses Drecksding wollte mir doch echt den Zahn ziehen. Kann es mir zwar selber nicht erkl\u00e4ren, aber da bin ich fast in ne Krise gefahren. Zusammen mit dem folgenden Perticara waren es f\u00fcr mich die 2 schwersten Berge des Rennens. Einen Augenblick lang machte ich mir ernsthafte Sorgen, ob ich es w\u00fcrde zu Ende fahren k\u00f6nnen.&#8220;<\/i><br \/>\nDer Perticara offenbarte dann seine erbarmungslose Seite. Es wurde zunehmend hei\u00dfer und nat\u00fcrlich lag der Anstieg dazu auch wunderbar unter der glei\u00dfenden Sonne. Oben angekommen g\u00f6nnte sich Micha hier Pause Nummer 2, die letzte des Tages. Vielleicht lag es an der leckeren Piadine die er sich dort g\u00f6nnte, denn von da an lief es wieder wesentlich besser. Man weiss ja nicht was die italienischen Radsportenthusiasten da so in die F\u00fcllung zwischen K\u00e4se und Salami mischen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli6.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1692\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1692 aligncenter\" src=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli6.jpg\" alt=\"novecolli6\" width=\"555\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli6.jpg 555w, https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli6-300x114.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a>Der Monte Pugliano und der Passo delle Siepi, Anstieg 7 und 8, wurden ordentlich gemeistert, auch wenn von entspanntem Radeln schon lange keine Rede mehr war. Zusammen mit einer einheimischen Fahrerin teilte sich Micha die Windschattenarbeit auf dem Weg zum Gorolo, dem kr\u00f6nenden Abschlu\u00df. Noch ein letztes Mal warteten bis zu 18% Steigung.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Mit Schwung ging es in den Berg. Erstaunlicherweise lief es ziemlich gut. Ich war bei Weitem nicht der Langsamste und konnte den ein oder anderen noch stehen lassen.&#8220;<\/i><br \/>\nWahrscheinlich war es einfach dieser unbedingte Wunsch endlich dieses Auf und Ab zu beenden, welcher die letzten Reserven freisetzte mit denen Micha den finalen Anstieg im Wiegetritt emporstieg.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Eigentlich hatte ich laut Streckenberichten erwartet es w\u00fcrde nun bergab nach Cesenatico gehen, aber weit gefehlt. Der ein oder andere Nadelstich wartete noch. Alles Erhebungen die man auf einer \u00fcblichen Trainingsfahrt auf dem gro\u00dfen Blatt dr\u00fcber dr\u00fcckt, die jetzt aber nach \u00fcber 190km das Potenzial hatten den Willen zu brechen.\u00a0<a href=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli4.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1696\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1696 alignleft\" src=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli4.jpg\" alt=\"novecolli4\" width=\"250\" height=\"187\" \/><\/a> Als ich nach Cesenatico hineinfuhr hatte ich gerade eine kleinere Gruppe eingeholt. Eins war f\u00fcr mich v\u00f6llig klar: Ich wollte allein ins Ziel fahren! Eine letzte Autobahn\u00fcberf\u00fchrung &#8211; der letzte Antritt! Geschafft! Solofahrt dem Ziel entgegen! Irre!<\/i><br \/>\nMicha verfehlte sein Ziel von 8 Stunden klar um 44 Minuten. Dennoch war der Nove Colli 2013 ein geniales Event.<br \/>\nMicha:<i>&#8222;Man merkt einfach das die Italiener &#8222;ihren&#8220; Radsport lieben und leben. Eine unglaubliche Organisation. Mehrere hundert Meter Expo-Gel\u00e4nde, Zuschauertrib\u00fcne im Zielbereich, Fernseh\u00fcbertragung auch per Helikopter und Gaststarter wie beispielsweise Ex-F1-Pilot Jarno Trulli (7h51min) sprechen f\u00fcr sich. Einziger Makel bleiben die Strassen. Auf den Abfahrten speziell den letzten gab es regelrechte R\u00fcttelpisten, auf denen ich in mancher Kurve fast bis zum Stillstand abbremste. Wie auf der Baustelle. Momentan w\u00fcrde ich aufgrund der Strassen eigentlich nicht nochmal beim Nove Colli starten, aber wer weiss ob es n\u00e4chstes Jahr nicht doch wieder in den Wadeln juckt&#8230;&#8220;<\/i><\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2013.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1698\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1698 aligncenter\" src=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2013.jpg\" alt=\"novecolli2013\" width=\"893\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2013.jpg 893w, https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2013-300x55.jpg 300w, https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2013-768x142.jpg 768w, https:\/\/bicycle-trip.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/novecolli2013-624x115.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 893px) 100vw, 893px\" \/><\/a><\/div>\n<div id=\"tbox\">\n<div style=\"padding: 10px;\"><b>kurz zusammengefasst:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Streckenl\u00e4nge: 200 km<\/li>\n<li>H\u00f6henmeter: 3840m<\/li>\n<li>max.Steigung: 18%<\/li>\n<li>Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,45 km\/h<\/li>\n<li>offizielle Fahrzeit: 8h:44min<\/li>\n<li>Platz 2448 von 3779 (Gesamtwertung)<\/li>\n<li>Platz 341 von 446 (Altersklasse)<\/li>\n<li>Zeitfahren Barbotto: Platz 3137 von 10196<\/li>\n<li>Zeitfahren Gorolo: Platz 2192 von 3655<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2>Neunmal Schmerz<\/h2>\n<p>  <img decoding=\"async\" src=\"images\/news\/2013\/novecolli2.jpg\" style=\"border:solid 1px #ffffff; float:left ; margin:3px 10px 5px 0px;\" alt=\"\" title=\"\" \/>  Cesenatico(ITA):<br \/> Zwei Monumente des italienischen Radsports sollte man einmal gefahren sein, den Marathona dles Dolomites und den Nove Colli. Letzteren absolvierte Micha am Pfingtssonntag, nachdem er f\u00fcr die Veranstaltung in den Dolomiten im Winter keinen Startplatz erhalten hatte.<br \/> Der Nove Colli ist nix f\u00fcr Langschl\u00e4fer. Fr\u00fchst\u00fcck war um 4.30 Uhr, Start um sechs.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46],"tags":[],"class_list":["post-944","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rueckblick-2013"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=944"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/944\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1699,"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/944\/revisions\/1699"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bicycle-trip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}