Berge und Regen bestimmten den 3.Tag
Heroldsberg:
Der bisher schwierigste, weil wetterwidrigste Abschnitt der Tour 2010 kostete Kraft und Nerven.
5 knackige Anstiege erforderten vollen Einsatz und brachten so manchen an den Rand der Verzweiflung. Erschwert wurde das ganze dann ab Kilometer 65. Die ersten Tropfen fielen. Schnell wurde gestoppt und das Regen-Equipment ausgepackt. Micha liess sich nicht beirren und fuhr noch ein Stück ohne Regenjacke weiter, musste aber schließlich erkennen das es keinen Sinn hatte.
Micha„Da hab ich wohl zu optimistisch gedacht.“
Der Kampf um das Bergtrikot war derweil voll entbrannt. So mancher wollte David noch vom Thron stossen und der wackelte tatsächlich kurz, doch dazu später ein ausführlicher Bericht.
Nach dem heut ärgsten Bergaufstück bei Sulzbürg, entledigten sich ein Teil des Feldes der wasserabweisenden Kleidung. Aber nicht lange…
Nach etwa 85 Kilometern erklang aus dem hinteren Teil des Pelotons ein nicht ganz so schönes Klimpern und als Jens anhielt war klar, das etwas nicht stimmte. Wie passend doch in diesem Moment der im Rad-Jargon gebräuchliche Satz war: „Du hast wohl ’ne Speiche locker!“
Tatsächlich war beim Plastikbomber unseres Chefmechanikers eine Speiche gebrochen.
Dieser liess sich nach kurzer Analyse jedoch nicht davon abbringen, so weiterzufahren, sowie wohl auch die nächsten Tage.
Das brachte ihm freilich das Prädikat des „Pechvogel des Tages“, das ihm im Etappenziel mit einem Wanderpokal in Form eines Maiskolbens überreicht wurde.
Weil es so schön war, gabs dann beim 100sten Kilometer einen Wolkenbruch, der seinesgleichen sucht.
Hoffnungslos suchte man Schutz unter Bäumen oder versuchte sich sonst irgendwie notdürftig unterzustellen, aber vergeblich. Als der Regen dann etwas nachliess und man ja eh schon durchnässt war, machte man sich auf die letzten Kilometer des Tages. Auch während derer es noch genügend Anstiege zu bewältigen gab.
Am Abend folgte eine Putzorgie, um morgen nicht zuviel Zeit zu verlieren. Denn morgen steht der vielleicht härteste Tag aller TdG’s an. Oder ist unser Team auf der 4.Etappe noch für eine Überraschung gut?
- Streckenlänge: 141,15 km
- Gesamtdauer: 5:43 h:min
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 24,65 km/h
- Höhenmeter: 1599 m
- Pechvogel des Tages: Jens (gebrochene Speiche)
