17. Amadé Radmarathon

Nässe, Kälte, Schneeregen…aber durchgekämpft!

Radstadt(AUT):
Um 03:30 ging es für Marcel mit dem Radl, warmer Radbekleidung und genügend Nahrungsergänzungspräparaten Richtung Osten, Ziel Radstadt in Österreich. Die selbsternannte Sportstadt, die mit Wintersportaktivitäten, Wandern- und Radpanorama lockt war Austragungsort des 17. Amade Radmarathon, der heuer mit keinem großen Fahrerfeld aufwarten konnte.
0°Grad: Bestes Radlwetter..Der in zwei Routen geteilte Radmarathon, mit der kurzen Strecke von 98km und 1.400hm und die lange Strecke mit 176km und 2.490hm, lockte leider nur 660 Teilnehmer an den Start, wobei es sich einige vor Ort noch mal gründlich überlegten ob Sie die Herausforderung annehmen sollen oder nicht.
Marcel:„Bei Regen und einer Temperatur von 3°C in Radstadt war mir auch nicht gerade wohl zu mute, zumal die Regenschlacht 3 Tage zuvor bei „180km Rund um Ingolstadt“, aus den am Ende 90km wurden, noch in den Beinen steckte. Naja, am Ende hieß es für mich: Wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch mitfahren.“
Pünktlich um 06:00 stand Marcel bei der Akkreditierung, erhielt seine Startnummer, Transponder, jede Menge Werbung und noch mehr Nahrungsergänzungspräparate und ging wieder zurück zum Auto, aufwärmen.
Der Einzelkämpfer, MarcelMarcel:„Um 07:15 stand ich nun, mit Helm, 5 Oberteilen, 2 Hosen, Winterhandschuhen, Schuhe und Winterüberziehschuhe bekleidet am Start bzw. wie der Großteil versteckt in den Hauseingängen, um sich doch noch ein wenig vor dem Regen zu schützen.“
Mit einem lauten Knall wurde der 17. Amade Radmarathon freigegeben und das Positionsgerangel begann. Jeder der sich vorab den Steckenplan angeschaut hatte, wusste das spätestens am Ortsausgang von Radstadt die Berge kommen und sich dort sowieso die Spreu vom Weizen trennt.
Mit kalter Muskulatur schleppte sich Marcel den Ansteig um Forstau hoch und war kurz überrascht, vielleicht auch irritiert, als er eine Hand an meinem Hintern und eine „Flüstern“ in seinem Ohr vernahm. Marcel:„Kurz dachte ich, Amade wäre ein Traum und das Bett die Realität. Als dann ein Herr mittleren Alters an mir vorbei radelte und meinte das es schon mutig sei mit einer zweifach Kurbel die Berge zu erklimmen, wusste ich wo und warum ich hier bin.“
„Bei Kilometer 16, wohl gemerkt immer noch am Forstauer Berg, musste ich meine Brille absetzen, weil Sie durch meinen Atem, Schweiß und Regentropfen dermaßen angelaufen war, dass ich kurz ohne Sicht fuhr. Kaum abgesetzt passiert es auch schon: Sie fällt mir runter! Mist! Was nun, anhalten oder weiterfahren. Kurz kamen mir Michas Worte in den Sinn, „niemals absteigen“. Ein „Ciao Brille“, besiegelte meine Entscheidung und die Gedanke einer neuen besseren Brille beflügelten mich den Berg hinauf.“

Verpflegungsstelle zum AufwärmenJetzt jedoch, kam es ganz dick für die Fahrer. Der 2.Anstieg um Ramsau, setzte ihnen bei örtlichen 0°Grad und Schneeregen zu, wobei einige Flüche laut wurden. Größtenteils nicht jugendfrei.
Kurz nach der ersten Labestation bei Kilometer 33 schloß sich Marcel einer Vierergruppe an, die aber alle nur die „kurze“ Strecke fuhren. Somit musste er sich schon bei KM 47 wieder verabschieden.
Marcel:„Allein auf ferner Flur fuhr ich, größten Teil bergab zum Umkehrpunkt Scheffau, was bedeutete, dass ich ja auch wieder rauf musste. Kurzzeitig war ich mir sehr unsicher, ob ich wirklich den richtigen Abzweig für die große Strecke gewählt hatte und wo all die anderen Fahrer sind. So fuhr ich ca. 20km alleine, bis mir ein Rennradler entgegen kam: Hurra ich war auf dem richtigen Weg!
In Scheffau angekommen, musste ich die gesamte Umkehrstrecke zurückgefahren und das auch noch größten Teils bergauf, was die Muskeln so richtig zum pumpen und mich bei Kilometer 120 an den Rand der Verzweiflung brachte.“

Zu diesem Zeitpunkt, völlig durchnässt, mit tauben und eingefrorenen Füssen und Fingern, war unser Mann kurz davor aufzugeben und die Segel zu streichen. Doch er kämpfte weiter.
Marcel:„Noch schlimmer wurde es bei Kilometer 156. Fast am Ziel, machte sich der Magnesiummangel bemerkbar und die ersten Krämpfe beeinträchtigten meine Weiterfahrt.“
6 km vor dem Ziel konnte er dann aber sogar noch, mit einer 52! auf dem Tacho, eine dreiköpfige Gruppe einholen und mit dieser gemeinsam das Ziel überqueren.
Marcel:“ Zum Schluss nutze ich die kostenlosen Duschen vor Ort und konnte einen Teil des Körpers wieder auftauen. Ein Frost- und Taubheitsgefühl in den Zehen- und Fingerspitzen durfte ich aber noch während der Heimfahrt im Auto geniessen…“

kurz zusammengefasst:

    • Streckenlänge: 176 km
    • Höhenmeter: 2490m
    • Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,26 km/h
    • offizielle Fahrzeit: 7h:34min:00sec
    • Platzierung von 92 (Altersklasse/lange Strecke): 89.
    • Platzierung von 156 (Gesamt/lange Strecke): 142.
  • Temperatur Radstadt: 3°C (Regen)
  • Temperatur Ramsau: um die 0°C (Schneeregen)
  • Verpflegung: Bananen, belegte Brötchen, Waffeln, Tee, heiße Isogetränke (absoluter Burner), kalter Iso, Cola