Ein Roadtrip der besonderen Art
St.Christina(ITA):
Der Sellaronda Bike Day sollte sich als Quälerei für Mensch und Maschine herausstellen.
Schon die Anfahrt über Österreich nach St.Christina in Südtirol wurde zum Abenteuer. Mit einem geliehenen Wohnmobil machten sich Gerhard, Micha, Claudi und Jens auf den Weg, mit dem Ziel, mautfrei das Grödnertal zu erreichen. Mit eben jenem Gefährt aber nicht das simpelste Unterfangen
Micha:„Also 95 Diesel-PS, bei 5,5 Tonnen Gewicht und 7,5m Länge, das ist schon lustig. Den Zirler Berg, vor Innsbruck, herunter mit 16% Gefälle, fühlte sich etwa so an, als würde man ein Haus den Abhang hinab schieben.“
Witzig war auch die Schalterei, denn die meisten Gangwechsel musste man erst mit einer geräuschvollen Diskussion mit dem Getriebe erbetteln. Dennoch brachte dieses Ungetüm unsere 4 sicher und wohlbehalten ans Ziel.
Am Sonntagmorgen stieß dann Flipp zum Team, der separat angereist war. Was nun folgte war Bergsteigen auf 2 Rädern. Es ging hoch und wieder runter, flache Stücke Fehlanzeige. Die hochsommerlichen Temperaturen waren zwar toll, machten die 4 Anstiege aber nicht leichter, die man sich mit über 20.000 Gleichgesinnten auf der berühmt berüchtigten Sellaronda hinaufkämpfte.
Auf das Grödnerjoch, der erste Pass, auf dem sogar noch Schnee zu finden war, folgte der Campolongopass, der kleinste an diesem Tag. Den längsten Anstieg mit über 9km galt es zum Pordoijoch zu bewältigen, wo schon Schlachten des Giro d’Italia geschlagen wurden, da er schon mehrfach Etappenziel der großen italienischen Rundfahrt war. Es befindet sich dort auch ein Denkmal für den 5maligen Giro-Sieger Fausto Coppi.
Absoluter Härtepunkt wurde im Finale das Sellajoch, da unsere Fahrer bis dahin schon einiges an Kletterkraft eingebüßt hatten. Gemeistert wurde es dennoch. Sogar unsere Rennradamazone Claudi bezwang 3 Pässe, trotz nur 150 Trainingskilometer in 2010.
Claudi„Ich hab das Gefühl, das war härter als die ganze TdG letztes Jahr. Das kann aber auch am Trainigsdefizit liegen, da ich einfach nicht so zum Fahren gekommen bin.“
Flipp:„Herrlich. Das war spitze. Ich denke, beim Dreiländergiro, wo jeder für sich gefahren wäre, hätte es nicht so viel Spass gemacht. Nächstes Jahr gern wieder.“
Zurück in St.Christina liessen unsere Kletterer den Tag im Cafe, beim netten 4:1 WM-Achtelfinalsieg von Deutschland gegen die Jungs von der Insel, ausklingen, bevor der Rüchweg mit der fahrenden Blockhütte anstand.
- überquerte Pässe: Grödnerjoch 2121m, Campolongo Pass 1875m, Pordoijoch 2239m,
Sellajoch 2239m - gefahrene Kilometer: 69,97
- Höhenmeter: ca. 2190 m




















