Patrick: „Ihr habt doch nicht alle Latten am Zaun“
Warum unser Service-Mann Patrick insbesondere Gerhard und Micha für „völlig bekloppt“ hielt? Dazu gleich mehr, aber der Reihe nach.
Am Start standen heut morgen nur noch 3 Jungs, denen eine harte Klettertour bevorstand, während Frank sich auf den Weg machte sein Rad fit zu bekommen und spätestens am 3.Tag wieder dabei zu sein.
Der vorhergesagte Regen blieb zu Beginn aus und es blinzelte gar ab und an die Sonne durch. Schnell waren die ersten Kilometer zurückgelegt.
Dann stand vor St.Andreasberg die erste 15% Steigung an. Eine kleine Andeutung was noch kommen sollte.
In der Anfahrt des Wurmberges machte Flipp schnell klar, das er diesen Anstieg auslassen würde, um Energie für den Brocken zu sparen, den unbedingt erobern wollte.
So kämpften Gerhard und Micha dann allein gegen Spitzenwerte von über 15% Steigung und das auf ca. 1,5 km. Auch wenn man nicht ganz bis zum Gipfel und der Skisprungschanze vordringen konnte, da aus Teer auf einmal Schotter wurde.
Schnurstracks ging es danach weiter Richtung Brocken. Im Ort Elend (wie passend für das was folgte) begann der Aufstieg auf den höchsten Berg Norddeutschlands. Nachdem Schierke durchfahren war und die Brockenstrasse hinter Schierke sich begann im Wald den Berg hinauf zu winden und bereits die ersten Kilometer absolviert waren, öffnet der Himmel seine Schleusen. Ein kurzer Stopp, Micha zog sich die Regenjacke über, Flipp strich die Segel und kehrte um. Nicht so die anderen zwei. Micha und Gerhard quälten sich bei ca. 10°C und, Achtung: Hagel!!! den Brocken hinauf.
Unter Kopfschütteln der Wanderer, die größtenteils mit der Brockenbahn oben ankamen, erreichten beide stolzerfüllt das Brockenhaus auf 1142m Höhe.
Flipp:„Da lief schon unten das Wasser über die Strasse! Unglaublich!“
Die wirklichen Problem begannen dann aber auf der Abfahrt.
Micha:„Bergauf schwitzend im Hagel war ja noch geil. Mal ganz was anderes, aber schon oben beim rumstehen wurde es bitter kalt. Nach der Abfahrt dann hab ich keine Finger mehr gespürt. Von den Füssen ganz zu schweigen.“
Gerhard:„Brutal! So ausgekühlt unten angekommen, hatte ich echt keine Lust mehr. Später gings dann wieder.“
Die restlichen etwa 40 Kilometer bis zur Unterkunft absolvierte Flipp dann im Begleitwagen. Ärgerte sich am Abend aber darüber, da lediglich ein kurzer Schauer kurz vor dem Etappenziel noch für Aufregung sorgte. Viel mehr jedoch wurmte ihn die entgangene Brockenbesteigung. Da wird es wohl demnächst nochmal einen Tagesausflug in den Harz geben.
Die verbliebenen 2 Pedalritter waren heilends froh endlich im Hotel angekommen zu sein und eine heisse Dusche zu geniessen. Erleichtert hat den Schlussabschnitt eine Tasse Kaffee und leckere Kuchen in einer kleinen feinen Bäckerei in Wernigerode.
Im Hotel traf man dann auf Frank, der mittlerweile das Laufrad hat reparieren lassen und morgen wieder mit am Start stehen wird. Beim Abendessen gab es dann schon heftige Diskussionen und ganz unterschiedliche Einstellungen über die wahrscheinlichen Prozente der 1.Steigung der nächsten, 3.Etappe. Man wird sehen….
- Streckenlänge: 122,95 km
- Gesamtdauer: 5:35 h:min
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,45 km/h
- Höhenmeter: 1965 hm
